Wer müde ist kann nicht lernen

Mai 21, 2013 | Keine Kommentare

testbildIn vielen Schweizer Schulen beginnt der Unterricht bereits um 7 Uhr 20. Entsprechend früh müssen die Kinder aufstehen. Gerade in der Pubertät kann das frühe Aufstehen zum Schlafmangel führen und damit auch zu Lernschwierigkeiten. Der Grund: Der Schlaf-Wach-Rhythmus verschiebt sich nach hinten. Um auf die selbe Anzahl Stunden Schlaf zu kommen, müssten die Jugendlichen also später aufstehen. Unser ambitiöses Schulprogramm, das mit  durchschnittlich 36 bis 38 Lektionen weit über demjenigen unser Nachbarländer Deutschland und Frankreich mit 27 und 32 Lektionen liegt, lässt eine Verschiebung des Schulstarts kaum zu. Um der übermüdeten Schülerschaft entgegen zu wirken, hat eine Basler Politikerin bereits eine Petition eingereicht und damit auf das Thema aufmerksam gemacht.  Wie recht sie hat belegen zahlreiche Studien. Ein Abstract des letztjährigen Kongresses der Amerikanischen Gesellschaft für Schlafmedizin zeigte auf, dass 2 Wochen nach Umstellung auf die Sommerzeit die Leistungen der Jugendlichen für Mathematik und Science signifikant tiefer waren als zuvor. Wie immer gilt Quantität ist nicht Qualität. Das wusste schon alt Bundesrat Willi Ritschard. Er sagte einst: Die Schweizer stehen früh auf, aber sie erwachen spät.

Nebst Anpassung des Schulstarts – immerhin will die Regierung laut NZZ-Artikel von Ende April die schulischen Zeitstrukturen überdenken – gibt es noch eine weitere Möglichkeit: die Jugendlichen am Wochenende ausschlafen lassen. Schlaf kann man nicht vorholen, aber nachholen!

Dr. med. Jens Georg Acker,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie
Facharzt für Nervenheilkunde, Schlafmedizin

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