Der Wachmann in fremden Betten

Mai 4, 2016 | Keine Kommentare

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Ob im Urlaub, auf einem Kongress oder bei Freunden übernachten – die erste Nacht in einer fremden Umgebung ist für viele Menschen einfach schrecklich. Kaum geschlafen und am Morgen danach fühlt man sich wie gerädert. Egal wie schön der Ort, wie bequem das Bett, wie angenehm die Atmosphäre – in der ersten Nacht schlafen viele grundsätzlich schlechter. Schlafforscher aus den USA sind diesem Phänomen nachgegangen. Die KSM-Schlafspezialisten erklären die neuen Forschungserkenntnisse:

Warum schlafen wir in einem fremden Bett schlechter?

Die US-Forscher um Yuka Sasaki (Brown University, Rode Island) bezeichnen dieses Phänomen den „first-night-effect“. Mit Hirnstrommessungen und bildgebenden Verfahren haben sie den Schlaf von 35 Probanden in fremder Umgebung untersucht. Dabei haben sie herausgefunden, dass unsere linke Hirnhälfte in fremder Umgebung nicht zur Ruhe kommt und sich in einer Art Wach-Zustand befindet. Man könnte sagen, sie ist der Wachmann, der am fremden Ort auf uns aufpasst.

Warum ist der Schlaf für uns dann nicht erholsam?

Bei der Studie stellte sich heraus, dass die linke Hirnhälfte in fremder Umgebung während des Schlafens besonders leicht ansprechbar ist. Während der sonst erholsamen Tiefschlafphase befindet sich das linke Hirn im „Wachmann-Zustand” und kann so die gewohnte Erholung nicht finden.

Was bedeutet dies für die Forschung in der Schlafmedizin?

Diese Erkenntnisse sind für die Schlafmedizin sehr wichtig und können nun in den Vergleich zur chronischen Schlaflosigkeit (Insomnie) gesetzt werden, bei der ebenfalls eine leichte Erweckbarkeit vorliegt. Neben Medikamenten kann dieses Problem z. B. mit Entspannungsverfahren oder Biofeedbacktherapie angegangen werden.

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