Schrittmacher setzt Apnoe-Zunge in Bewegung und schenkt neues Leben

Januar 31, 2020 | Keine Kommentare

Inspire System Stimulation Hoch

Die KSM behandelt Patienten und Patientinnen seit der ersten Stunde erfolgreich mit dem Zungen-Schrittmacher. Unser Patient, Herr Albert Fischer, ist seit Jahren erstmals wieder richtig erholt und dafür sehr dankbar.

Der Zungen-Schrittmacher (Hypoglossus-Stimulator) kann für Schlafapnoe-Patienten eine wirksame Alternative zur Überdruckmaske bieten. Das kleine Gerät mit Batterie für acht Jahre wird im Brustbereich unter die Haut eingepflanzt und funktioniert ähnlich, wie beispielsweise ein Herzschrittmacher bei Herzrhythmusstörungen oder ein Hirnstimulator bei Parkinson. Der Unterschied ist jedoch, dass ein Hypoglossus-Stimulator nur die peripheren Nerven (die Nervenzell-Fortsätze, die zum vorderen unteren Teil der Zungenmuskulatur führen) stimuliert. „Dadurch bewegt sich die Zunge beim Einatmen ein bisschen nach vorne und macht hinten Platz. Dort wo es beim Schlaf-Apnoe-Syndrom die Atemwege zudrückt, wird es dann wieder frei.“, erklärt Dr. Jörg Heitmann, Chefarzt KSM Luzern.

Seit Ende 2015 kann diese Behandlungsmethode in der Schweiz und seit Einführung dieser Technik auch in der KSM erfolgreich eingesetzt werden. Heute gehört diese Behandlungsmethode zum festen Leistungsangebot der KSM Klinik für Schlafmedizin.

Trotz Überdruckbeatmungsmaske oft müde

Als der KSM-Patient Herr Albert Fischer über die neue Behandlungsmethode informiert wurde, hatte er von Beginn an ein gutes Gefühl. Seit knapp zehn Jahren schlief er wegen seinem starken obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) mit einer Überdruckbeatmungsmaske. Durch seinen schlanken Körperbau konnte das Gerät jedoch nur auf 11.5 mbar an Stelle der notwendigen 17.0 mbar eingestellt werden, was zur Folge hatte, dass Herr Fischer tagsüber trotzdem oft müde war.

Beim Einsetzen des Implantats arbeitet die KSM mit dem Kantonsspital Baselland zusammen. Dr. Jens Acker, Chefarzt KSM Bad Zurzach und Airport Zürich, schätzt die Zusammenarbeit sehr: „Prof. Kurt Tschopp verfügt auf diesem Gebiet über die meiste Erfahrung in der Schweiz“. Die Inbetriebnahme des Stimulators findet schliesslich in der KSM statt. Dies geschieht etwa einen Monat nach Operation, beziehungsweise nach Abheilung der Operationsnähte.

Eine Technik, die neues Leben schenkt

„Nachdem das Gerät bei mir stufenweise hochgefahren werden konnte, fühlte ich nach zwei bis drei Wochen langsam eine Erholung. Nach sechs bis acht Wochen war die Welt für mich wieder in Ordnung.“ berichtet Albert Fischer und ergänzt: „Heute fühle ich mich tagsüber so fit, wie schon seit Jahren nicht. Es ist mir in diesen Tagen bewusst geworden, dass mir dank dieser neuen Technik eigentlich ein neues Leben geschenkt wurde. Ich gehe davon aus, dass ich in früheren Zeiten, vermutlich schon vor längerer Zeit einmal aus Erschöpfung nicht mehr erwacht wäre. Ich bin sehr dankbar für den grossartigen Einsatz und die einfühlsame Betreuung und Pflege durch aller Beteiligten“.

Die beiden Chefärzte, Dr. Acker und Dr. Heitmann, und das ganze KSM-Team freuen sich über diesen Erfolg und hoffen mit der neuen Behandlungsmethode noch vielen weiteren Patienten und Patientinnen helfen zu können.

Weitere Informationen zum Zungen-Schrittmacher finden Sie auf der KSM-Website oder der Seite des Herstellers InSpire.

 

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